Der bessere Sozi

Seinesgleichen Geschieht: Über Haider nach seinem Erdrutschsieg und über die gerutschte österreichische Polit-Landschaft.

Vorwort | Armin Thurnher | aus FALTER 10/99 vom 10.03.1999

Rhetorik und Spindoctoring können politische Leidenschaft und Machtwillen nicht ersetzen. Die trüben Tassen und politisch unterdurchschnittlich begabten, aber überdurchschnittlich selbstgefälligen Figuren, die SPÖ und ÖVP Haider entgegenstellten, erlitten ihr gerechtes Schicksal. Unverständlich ist daran höchstens die Inkonsequenz der Parteizentralen. Mit dem Verbreiten falscher Umfrageergebnisse kann man vielleicht Politik beeinflussen, nicht aber Wahlen entscheiden. Ein Schlögl in Kärnten, und Haider wäre nicht über 33 Prozent gekommen. So aber kann er sich brüsten, der bessere Sozialdemokrat zu sein.

Man kann Haider einiges nennen, einen modernen Faschisten, Demagogen, Menschenverführer, Hetzer, Schürer niedriger Instinkte undsoweiter (die Aufzählung will nicht die Resignation vor dem "Phänomen" Haider bestärken, sondern das Kurzzeitgedächtnis ermuntern) - was immer man also diesem Haider nachsagen kann, es verblaßt vor dem Sex des Umsturzes in wohlanständigen Bahnen,


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