Politik

Politik | aus FALTER 10/99 vom 10.03.1999

Was war Kratky-Rücktritt Der Wahlsonntag forderte auch beim LIF ein politisches Opfer: Nach der x-ten verlorenen Wahl en suite warf Bundesgeschäftsführer und Wahlkampfleiter Gerhard Kratky das Handtuch. Endlich, werden manche seiner "Parteifreunde" sagen. Besonders von der Wiener Landesgruppe wurde Kratky oft hart kritisiert. Allerdings dürfte ihm auch Parteichefin Heide Schmidt den Rückzug nahegelegt haben. Kratky gilt als Intimus der liberalen Grande Dame. Die Wiener Partie wünscht sich aber auch ein völlig neues Wahlkampfkonzept - und neue Gesichter im Wahlkampfteam: Gemeinderat Hanno Pöschl und den Kommunikationsprofi Nick Formanek.

Was kommt Frauen als Verfassungsrichter Mittlerweile pfeifen es die Spatzen von den Dächern: Mit Claudia Kahr nominiert Bundeskanzler Viktor Klima eine Frau als Verfassungsrichterin. Die 43jährige Spitzenjuristin, die in den Büros von Minister Caspar Einem und Stadträtin Brigitte Ederer Schlüsselfunktionen innehatte, hat ihre Lehr- und Wanderjahre bei Heribert Salcher, Franz Kreuzer und Rudolf Streicher absolviert. Am maßgeblichsten beeinflußt hat sie allerdings Johanna Dohnal. Kein Wunder, daß Kahr dem in höheren Beamtenkreisen so gern gesehenen Weibchenschema gar nicht entspricht - der soignierten Herrenrunde im Verfassungsgerichtshof kann das aber nur guttun.

Was fehlt Otto von Habsburg Es erwischt immer den Falschen - davor ist nicht einmal das Haus Habsburg gefeit. Sohn Karl baut einen Mist nach dem anderen, verheddert sich in Spendenskandalen und glaubt trotzdem, im EU-Parlament sitzen bleiben zu können. Papa Otto (86) dagegen muß gehen. Nicht etwa wegen seines mißlungenen Vergleichs von Holocaust und Kritik an Sohn Karl, sondern weil er zu alt ist: Der Grandseigneur der konservativen Europaparlamentarier muß jungen Kräften Platz machen - vielleicht spitzt ja sogar Sohnemann Karl auf den Sitz des Herrn Papa. Wenn er schon nicht Kaiser werden darf ...


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