"Hitler - ein Jude"

Kaplan M.: Verurteilt wegen jüdischer Weltverschwörungstheorien Gericht: Ein Geistlicher wurde letzte Woche wegen Verhetzung verurteilt. Der Kaplan hatte Adolf Hitler als Werkzeug des Weltjudentums und der Freimaurer bezeichnet.

Politik | Gerald John | aus FALTER 10/99 vom 10.03.1999

Pornojäger" Martin Humer ist auch da. Als Gerichtsreporter - Humer berichtet für die Rechtsaußen-Katholikenpostille Der 13. Und als Freund des Angeklagten. "Ich kenn' den Rudl schon seit 20 Jahren", sagt Humer: "Mir taugen Leute mit Rückgrat."

"Rudl" - er heißt in Wahrheit Gottfried M. - kann man Konsequenz nicht absprechen. Schon vor Jahrzehnten war der heute 66jährige Kaplan den Kirchenfürsten in seiner Heimat Tirol ein Begriff. M. fiel als notorischer Verfechter des Anderl-von-Rinn-Kults auf, einer wissenschaftlich haltlosen Legende, die von einem jüdischen Ritualmord an einem Christenkind erzählt. Die Anderl-Verehrung kostete den Geistlichen seinen Job. Aber auch im Ruhestand betrieb M. den Kult von seiner neuen Heimatgemeinde Bad Hall in Oberösterreich aus weiter. Bis vor einer Woche unbehelligt.

Der Mann, der im Saal 1 des Landesgerichts Steyr sitzt, sieht nicht aus wie ein rabiater Agitator. Eher schon wie Heinz Erhardt, tolpatschiger Held deutscher Sechziger-Jahre-Klamotten.


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