Blood Simple

Film: Mit dem Thriller "A Simple Plan" legt ein ehemaliger Splatter-Filmer ein ländliches Sittenstück vor, das nach gängigen kunstgewerblichen Mustern gestrickt ist.

Kultur | Drehli Robnik | aus FALTER 10/99 vom 10.03.1999

Der Plakat-Slogan zur Bestsellerverfilmung "A Simple Plan" fungiert, wie das bei Filmen heutzutage häufig vorkommt, als programmatischer Untertitel: "Nichts, aber auch gar nichts ist passiert." Fast reflexartig versteht man diese Behauptung, wie auch den Haupttitel, ironisch: Natürlich passiert eine ganze Menge, durch unvorhergesehene, eigendynamische Ereignisverkettungen, die aus der trügerischen Einfachheit eines immer komplizierter werdenden Plans resultieren. Am Beginn steht ein verschneites ländliches Idyll, in dem ein braver Buchhalter (Bill Paxton), seine hochschwangere Ehefrau (Bridget Fonda), sein geistig zurückgebliebener Bruder (Billy Bob Thornton) und dessen versoffener Kumpel ein monotones Leben führen.

Wie man das in Drehbuchschulen so lernt, wird diese Harmonie abrupt gestört, durch Hinzufügung eines heterogenen Elements mit traumatischer Wirkung: Im Wald finden die drei Männer ein Flugzeugwrack mit totem Piloten und vier Millionen Dollar darin; sie beschließen,


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