The Small Lebowski

Hallensport: Hernals läßt am Wochenende nicht nur die Puppen zu heißen Discorhythmen tanzen, sondern auch die Kegel. Discobowling mausert sich zu einem kleinen Geheimtip.

Stadtleben | Thomas Rottenberg | aus FALTER 10/99 vom 10.03.1999

Jesus trug Zyklam. Sogar seine Kugel und seine Handgelenksstütze waren lavendelig. Die Fingernägel auch. "Nobody fucks with the Jesus", pflegte er zu sagen, wenn er seinen langen, dünnen Körper - eine Kreuzung aus Aal und Prince - nach einem Wurf kunstvoll in die Höhe wand und ein paar hübsch-machistische Gesten folgen ließ. "Nobody does." Das Publikum konnte nur eines tun: erblassen.

Walter Ransmayr kennt Jesus nicht. "Ich war seit neun Jahren nicht mehr im Kino", entschuldigt sich der Mann durch den ohrenbetäubenden Krach rings um ihn. Aber daß es da einen Film gegeben hat, in dem ein Slacker, der aussah wie Jethro Tull in Deix-Outfit, und ein übergewichtiger, nah am Wasser gebauter Möchtegern-Marine gegen "the Jesus" bowlen, hat Ransmayr mitbekommen. Nicht zuletzt, weil seit "The Big Lebowski" auch andere Menschen zu ihm kommen.

Hierher, in den ersten Stock über dem Interspar in der Jörgerstraße, kommen die, die immer schon gebowlt haben. Oft ein wenig Al-Bundy-mäßige


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