Politik

Politik | aus FALTER 11/99 vom 17.03.1999

Was war Kärntner Kür Villacher und Klagenfurter können einander nicht leiden. Dies gilt auch in der Kärntner SPÖ. Die Animositäten zwischen den Klagenfurter Sozis und dem Villacher Bürgermeister Helmut Manzenreiter wurden stets offen zelebriert. Dennoch kürten die Kärntner Genossen auf dringenden Wunsch Viktor Klimas den gelernten Lokführer (Spitzname "Manze") zum Kärntner SPÖ-Chef. Manzenreiter, der einen autoritären Führungsstil pflegt, wird von kritischen SPÖlern skeptisch gesehen. Unter seiner zehnjährigen Amtszeit als Bürgermeister wurde Villach zur reichsten Stadt Österreichs. Die FPÖ gab sich geschockt: Ein "Haider-Hasser und Oberausgrenzer sei von Wien installiert worden. Manze hält Haider für "nicht regierungsfähig".

Was kommt Kärntner Kaiser Nach jüngsten Meinungsumfragen wollen zwei Drittel der Kärntner Haider als Landeshauptmann sehen. Auch Bundespräsident Thomas Klestil betont, daß man den Wählerwunsch akzeptieren müsse. Nun hat auch die SPÖ ihren Widerstand gegen einen Landeshauptmann Haider aufgegeben. Die SPÖ verkündete, keine "Fundamentalopposition" gegen Haider zu betreiben und in Sachfragen zusammenarbeiten zu wollen. Haider, so SP-Chef Helmut Manzenreiter, habe "den politischen Führungsauftrag bekommen".

Was fehlt Kärntner Konsequenzen Wie soll die Koalition auf den Triumphzug Haiders reagieren? Neuwahlen? Regierungswechsel? Ministeraustausch? Rot-Grün? Blau-Schwarz? Oder alles beim alten? Viktor Klima hätte vergangene Woche fast versucht, durch den Austausch unpopulärer Minister (Einem, Hostasch, Wittmann) vom Debakel abzulenken. Wolfgang Schüssel schweigt vorerst. Nach neuesten Umfragen hat die FPÖ die ÖVP auf Bundesebene bereits um drei Prozentpunkte überholt und liegt bei 26 Prozent. Bei einer Bundeskanzler-Direktwahl würden jedoch nur 12 Prozent der Österreicher für Haider votieren.


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