Hecht im Karpfenteich/Bundesgeschäftsführer Schiebel: "Bewundere Lauda"

Politik | aus FALTER 11/99 vom 17.03.1999

Ich gebe schon zu, daß alles noch etwas kryptisch klingt." Michael Schiebel bemüht sich redlich zu erklären, was beim Liberalen Forum alles anders werden soll. Konkrete Vorschläge hat er noch wenige parat. Kein Wunder - wie soll Schiebel binnen weniger Tage schaffen, woran viele seiner Parteifreunde über Jahre gescheitert sind?

Der 35jährige ist die personifizierte Feuerwehr beim Liberalen Forum. Bisher als Referent für Wirtschaftsfragen im Parlamentsklub tätig, wurde er am vergangenen Wochenende überraschend zum Nachfolger von Bundesgeschäftsführer Gerhard Kratky gekürt. Zeit zum Einarbeiten hat er nicht: Schiebel brütet bereits über Konzepten, wie der liberale Karren doch noch aus dem Dreck gezogen werden könnte. "Unsere Kampagnen sind manchmal zu intellektuell angelegt", analysiert der neue Parteimanager: "Das ist zwar schön anzusehen, aber selten erfolgreich." Der Landtagswahl-Slogan seines Vorgängers, "Weniger ist mehr", falle eindeutig unter diese Kategorie. "Der Spruch war gelinde gesagt riskant", meint Schiebel. Seine Vision für die Nationalratswahlen: "Wir müssen Kandidaten finden, an denen kein Weg vorbeiführt."

Der "Neue" bezeichnet sich - wie könnte es anders sein - als glühender Verfechter des "ungeteilten Liberalismus". Er bewundert Heide Schmidt - und Niki Lauda. "Wie er gegen alle rechtlichen Widerstände eine Fluglinie aufgebaut hat, imponiert mir." Schiebel bringt in seinen neuen Job einen großen Vorteil mit: Von internen Fraktionskämpfen blieb er bisher unbelastet. Selbst für Parteiinsider ist der Mann ein unbeschriebenes Blatt. "Ich kann nichts über ihn sagen", sagt Gemeinderat Marco Smoliner: "Zumindest ist aber der konservative Faktor Kratky weg."


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