Graham, wieder zu Hause

POP "13", das jüngste und sechste Album von Blur, beschließt die lange Reise der Band von der Kunstschule zum Britpop und wieder zurück. Blur ist heimgekehrt, und auch Gitarrist Graham Coxon ist wieder in Camden Town anzutreffen.

Kultur | Robert Rotifer | aus FALTER 11/99 vom 17.03.1999

Der wegen seines Secondhandmarkts von jugendlichen London-Reisenden dominierte Nordlondoner Stadtteil Camden gilt als der historische Geburtsort eines der kulturellen Kuriosa des Neunziger-Britpop. Die Zeiten, da man im Hinterzimmer des Pubs nebenan die nächste große Band entdecken konnte, sind zwar längst vorbei, aber die klassischen British-Airways-Sporttaschen und Air-Force-Target-T-Shirts verkaufen sich immer noch gut. Als die Bezirksverwaltung letzten Frühling angesichts der Besuchermassen auf der High Street endlich eine Gehsteigverbreiterung durchführen ließ, dauerte es nur wenige Minuten, bis man eine aufgeregte Botschaft lesen konnte, die in den feuchten Asphalt geschrieben worden war: "Wir haben gerade Graham von Blur gesehen!!!"

Die Spatzen pfiffen es von den Dächern. Der ehemalige Schutzpatron der Pubs von Camden war nach jahrelanger Abwesenheit wieder in der Stadt. London und Blur hatten einander eine Zeitlang gemieden. Bis nach Island war die Band geflüchtet, um sich


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