Der Mann fürs Grobe

Musik: Dieser Tage live in Wien: Der geniale Gitarrist Marc Ribot huldigt mit seinen gefälschten Kubanern der Musik von Arsenio Rodriguez. Mit dem "Falter" sprach Ribot über die Rock-'n'-Roll-Emphase kubanischer Musik, über Casio-Orgeln, Miles Davis und den Unterschied von Jazz und Rock.

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 11/99 vom 17.03.1999

Daß sein Album mit den gefälschten Kubanern ("Los Cubanos Postizos") just zu einer Zeit herauskommt, in der Musik von der Zigarreninsel als ziemlich angesagt gilt, ist Marc Ribot fast ein bißchen peinlich. Dabei geht seine Beschäftigung mit den Kompositionen von Arsenio Rodriguez bis in die frühen Neunziger zurück, als sich der Gitarrist durch die diversen Tonträger hörte und von seinem Freund und Mitmusiker Anthony Coleman auf den 1972 verstorbenen Gitarre-Virtuosen, Komponisten und Bandleader Arsenio Rodriguez aufmerksam gemacht wurde, der als Vater des son gilt und dem Ribots jüngstes Album gewidmet ist. Das war Jahre, bevor Ry Cooder mit der Produktion des wunderbaren Albums "Buena Vista Social Club" dem kubanischen son zu transatlantischer Popularität und den großen alten Männern dieser Musik (Ruben Gonzalez) zu einer zweiten Karriere verhalf.

Ob der 45jährige Ribot, der auf eine beachtliche musikalische Laufbahn zurückblicken kann, nun im Windschatten des jüngsten Cuban


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