Streifenweise

Kultur | aus FALTER 11/99 vom 17.03.1999

Zhang Yuan, Absolvent der Pekinger Filmakademie und Proponent der "Sechsten Generation" chinesischer Regisseure, war bisher für sehr rauhe, mit (und über) Laien gedrehte Filme ("Mama", "Beijing Bastards" oder "Sons") bekannt. Allesamt riskante unabhängige Produktionen, die nach offizieller Version eigentlich "inexistenten" sozialen Randgruppen (Alleinerzieherinnen oder Rockern, Arbeitslosen oder Behinderten) einen Platz im Kino einräumten und ihrem Regisseur zumindest im Ausland große Anerkennung verschafften. Zhang Yuans jüngster Film überrascht somit vor allem stilistisch, in der Wahl der Thematik ist er nur konsequent: "East Palace, West Palace" ist ein höchst artifizielles Stück Kammerkino, das einen schwulen Schriftsteller und einen Polizisten zu einem komplizierten Macht- und Unterwerfungsspiel in einer Wachstube des Parks der "Verbotenen Stadt" zusammenführt. Yuan bemüht kunstvolle Kranfahrten, fliegende Kamera, musikalische und ästhetische Bezüge zur klassischen Pekingoper


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