Der Tourist als Maler

Kunst: Max Beckmann ist berühmt für seine Selbstporträts und mythologischen Szenen. Nur wenige wissen, daß er auch Landschaften malte. Das Kunstforum der Bank Austria präsentiert nun diesen bisher vernachlässigten Teil seines Îuvres mit der Ausstellung "Landschaft als Fremde".

Kultur | Vitus H.Weh | aus FALTER 11/99 vom 17.03.1999

Denn gestehen wir es nur: die Landschaft ist ein Fremdes für uns und man ist furchtbar allein unter Bäumen, die blühen, und unter Bächen, die vorübergehen. Allein mit einem toten Menschen, ist man lange nicht so preisgegeben wie allein mit Bäumen. Denn so geheimnisvoll der Tod sein mag, geheimnisvoller noch ist ein Leben, das nicht unser Leben ist, das nicht an uns teilnimmt (...)."

Man schrieb das Jahr 1905, als Rainer Maria Rilke diesen Befund formulierte. Erste Nachrichten über die revolutionären Erkenntnisse der Kernphysik waren aus den wissenschaftlichen Versuchslabors gedrungen, und "die Natur" schien auf einmal all ihre Verläßlichkeit verloren zu haben. Ab sofort zerfiel sie in äußere Erscheinung und innere Wirkkräfte. Letztere waren durch die Forschung zwar erschließbar, der visuellen Anschauung aber unzugänglich. Als relevant erwies sich dies besonders für die Landschaftsmalerei: Es war ihr Ende. Rund 600 Jahre nachdem der Renaissance-Dichter und Philosoph Petrarca


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