Comandantina Dusilova: Spion und Spion

Stadtleben | aus FALTER 11/99 vom 17.03.1999

In der Welt der Spionage spielen bisweilen kleine Unterschiede eine große Rolle. So kann es geradzu lebenswichtig sein, zu wissen, wer Freund ist und wer Feind. Freund und Feind unterscheiden sich in der Welt der Spionage oft nur durch Kleinigkeiten. In der Farbe der Kugelschreibermine etwa, im Gebrauch der Anrede Grüssie oder simpel in der Geschwindigkeit. Wie wir in der letzten Comandantina erörterten, handelt es sich bei der Bundesorganisation für Nachrichtenbeförderung - allgemein unter ihrem Tarnnamen Post bekannt - um einen nur scheinbar freundlichen Dienst. Immer öfter erweist sich die Paketaufbewahrungsanstalt und Verschleißstelle für Kleinkunstdrucke als feindliche Desinformationsagentur. So geschieht es täglich, daß Depeschen der feindlichen Dienste Wiener Gebietskrankenkasse, Landesgericht für Strafsachen und Finanzamt für den II. und XX. Bezirk so lange von Agenten der Post geprüft werden, bis die in ihnen angedrohten Fristen gnadenlos abgelaufen sind. Bis zu zehn Tage können nämlich verstreichen, bis ein an die Comandantina addressierter Brief die Comandantina auch erreicht. Depeschen der postfreundlichen Dienste Bezirksjournal, Energie-Nachrichten und Nahverkehrsgazette trudeln dagegen nahezu stündlich ein.


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