Phettbergs Predigtdienst (Nr. 347 B): Die Kirche vor ihrem Gotte

Wer vom Fleisch bestimmt ist, kann Gott nicht gefallen. Ihr aber seid nicht vom Fleisch, sondern vom Geist bestimmt, da ja der Geist Gottes in euch wohnt ... Röm 8,8-11 (2. Lesung am 5. Fasten-sonntag im Lesejahr A)

Stadtleben | aus FALTER 11/99 vom 17.03.1999

Es hatte Minusgrade und in der Nacht geschneit. Noch bevor der Schnee weggeräumt werden konnte, am Morgen, war er vor der Bäckerei festgetreten, so viele Leute holten sich ab 5 Uhr früh ihre Semmeln. Und es kam auch ein Herrl mit seinem Hund. Das Herrl war weit jünger als sein Hund, in Relation. Der Hund war alt und weise. Er hatte keine Leine. Und war übrigens semmelblond-lockig. Er ging auf in der Liebe zu seinem Herrn. Je älter ich werde, desto schneller weine ich. Weinen ist Glück. Ich weine, denn noch niemals war ich so liebestrunken wie dieser Hund. Er barst vor Liebesstolz.

Der Herr ging in das Geschäft hinein, wahrscheinlich machen sie das täglich, seit vielen Jahren. Und sagte automatisch, sitz. Und noch bevor er seine drei Semmeln bestellen konnte, merkte der Hund, daß es arschkalt war. Denn er hatte begonnen, sich hinzusetzen, lippensynchron mit dem Sitz seines Herrn. Kaum war das Sitz verklungen, erschrak sein Arsch förmlich zu Tode, wie kalt es am Schnee sich sitzt,

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