Blinde, Blade, B'soffene

Film: Von Mädeln und Materialgewittern: Notizen zur "Diagonale '99", der alljährlichen Leistungsschau des österreichischen Films.

Kultur | Christian Cargnelli / Graz | aus FALTER 12/99 vom 24.03.1999

Na, hosd wen troffn im Oasch vom Chef?" Wolfram Berger muß sich diese Frage gefallen lassen, als er mit seinen Kollegen in der Fabrik Brotzeit macht: Immer wieder hat er sich freiwillig zu den Treibjagden seines Chefs gemeldet, um sein großes Ziel zu erreichen, zum Vorarbeiter aufzusteigen. Gestellt wird sie im mit Abstand überzeugendsten heimischen Langfilm der Diagonale '99, "Der Jagdgast" von Fritz Lehner, einer ORF-Produktion aus dem Jahre 1978. Im besten Sinne kinomäßig setzt Lehner seine von Gernot Wolfgruber geschriebene Geschichte um, transzendiert den Sozialrealismus durch einen beeindruckenden Umgang mit Räumen und Licht, eine sinnfällige, aber niemals aufdringliche Kadrage - und eine geradezu sensationelle Kranfahrt-Plansequenz am Schluß. Hier wird genuin filmisch erzählt - und die soziale Wirklichkeit ohne Beschönigung oder Blödelei auf den Punkt gebracht.

Gezeigt wurde "Der Jagdgast" im Rahmen der Reihe "Unterwegs in die Gegenwart", einer von Sylvia Szely und Dietmar


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