Nach dem Sündenfall

Theater: Über den makedonischen Dramatiker Dejan Dukovski und dessen gewalttätige Szenenfolge "Das Pulverfaß", die derzeit im Theater m.b.H. gespielt wird.

Kultur | Tanja Paar | aus FALTER 12/99 vom 24.03.1999

Die Zeit heilt alle Wunden. Aber schlecht." Soweit das lakonische Resümee zweier Zechkumpane beim Bierchen. Detail am Rande: Der eine hat den anderen zum Krüppel geschlagen, nachdem dieser ihn zuvor zeugungsunfähig geprügelt hatte. Daß Dimitrije, nun im Rollstuhl, seiner Knüppelwut als Gendarm nachgegangen ist, tut in Dejan Dukovskis Stück "Das Pulverfaß" nichts zur Sache. Sein "Reigen der Gewalt", so der deutsche Untertitel, unterscheidet nicht zwischen Staatsgewalt und privatem Terror.

Deswegen darf Andjel, der Zweite im Bunde, seinerseits einem Dritten in die Eier dreschen. Der hat nämlich an seinem Ford Escort einen leichten Blechschaden verursacht - ein Vergehen, das nicht mit finanziellen Mitteln wiedergutzumachen ist. Auge um Auge, Sack um Sack: In elf losen Szenen dreht sich eine Spirale der Gewalt. Dramaturgisches Bindemittel: Jeweils ein Überlebender hat einen zweiten Auftritt. Diesmal vielleicht als Täter.

Die österreichische Erstaufführung im Theater m.b.H. läßt


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