Stadtrand: Ärsche am Telefon

Stadtleben | aus FALTER 12/99 vom 24.03.1999

Es gibt ein paar Abenteuer, die Männer, die auch als solche im Telefonbuch stehen, nie erleben werden.

Wenn beispielsweise an einem Samstagvormittag das Telefon läutet und eine höfliche männliche Stimme nach dem "Inserat" fragt. Er, der Anrufer, hätte nämlich auf ein Bekanntschaftsinserat geantwortet und daraufhin einen Brief mit ebenjener Telefonnummer erhalten.

Natürlich stellt sich heraus, daß er diese Telefonnummer "nur" falsch abgeschrieben hat. Natürlich weiß die Angerufene, daß sie kein Inserat aufgegeben hat. Natürlich gibt es kein Magazin, das Telefonnummern weiterleitet. Trotzdem scheint das alles dem Anrufer Spaß zu machen, schließlich hat er haargenau dieselbe Geschichte vor weniger als zwei Wochen auch der Schwester der Angerufenen erzählt. Und spielt, damit konfrontiert, den Ahnungslosen: "Sie scheinen sich hellseherisch zu betätigen. Davon weiß ich gar nichts."

Vor rund fünf Jahren waren die "Telefonumfragen" eines "sexualpsychologischen Instituts" eines "Dr. Sokoup" im Trend, dazwischen gab es die Phase, in der angebliche Dessous-Geschenkgutscheine verlost wurden, jetzt haben wir also die Inseratenmasche. Manche Männer haben offensichtlich echte Probleme. Und manche Frauen bald eine Trillerpfeife neben dem Telefon liegen. S. N.


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