Leben am Straßenrand

Geschäftslokale: Immer noch ist die Stadt von blinden oder plakatüberklebten Schaufenstern geprägt. Doch nicht nur die Aktivitäten von Stadt und Wirtschaft zeitigen erste Erfolge, auch Einzelinitiativen beleben ganze Straßenzüge. Immer mehr Geschäfte werden als Büros wiedergeboren.

Stadtleben | Sigrid Neudecker und Wolfgang Paterno | aus FALTER 12/99 vom 24.03.1999

Ronald Kodritsch hat es nicht weit in die Arbeit. Die Wendeltreppe hinunter, und er steht in seinem Atelier. Der Künstler hat es auch nicht weit bis zur Straße. Würde er bei geöffneter Wohnungstür arbeiten, stünden vermutlich mehrmals am Tag äußerlnde Hunde bei ihm im Zimmer. Kodritsch, eine Hälfte des Aktionistenduos Poncho Brothers (Heiligsprechungen etc.) wohnt/arbeitet in einer ehemaligen Boutique im vierten Bezirk. Die Auslagenscheiben wurden mit mannshohem Industrieglas uneinsehbar gemacht, wo früher die Durchreiche ins Lager im oberen Stock war, schläft heute der Künstler. Einblick ins Arbeitsleben gibt es für Außen-Stehende nicht: "Ab und zu taucht ein Kopf in der Auslage auf", erzählt der Poncho-Bruder, "da springen eben manchmal Leute auf der Straße draußen in die Höh', damit sie hereinsehen können. Wenn in der Nacht wo Licht brennt, wird man aufmerksam. Mir geht's da nicht anders."

Um neun Uhr in der Früh und um drei Uhr nachmittags kommt in der Schönbrunner


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