"Sie tun mir leid"/Flüchtlingskrise: Bomben, und nun?

Politik | Patrik Volf | aus FALTER 13/99 vom 31.03.1999

Das Szenario erinnert an Bosnien-Herzegowina 1992. Menschen auf Traktoren, ihr Hab und Gut in wenige Koffer gepackt. Ein Volk auf der Flucht. Eine halbe Million Albaner aus dem Kosovo sind seit Ausbruch der Flüchtlingskrise vor einem Jahr zu Vertriebenen geworden. 70.000 von ihnen schafften es über die Grenze in das benachbarte Albanien, 30.000 nach Mazedonien und weitere 25.000 nach Montenegro. Nur wenige fanden in der EU Aufnahme. Die Union setzte auf Hilfe vor Ort und finanzierte Lager und Versorgung. Kein Aufnahme, lautete die Devise noch im Herbst 1998.

Eine Woche nach Beginn der Nato-Angriffe auf Jugoslawien macht sich Skepsis in der EU breit, ob die materielle Hilfe vor Ort ausreicht. Italien erregte mit dem Vorstoß Aufsehen, Flüchtlinge mit Marineschiffen aus Albanien zu evakuieren. 25.000 Menschen könnten es werden, schätzten die Behörden. Die EU ringt unterdessen um eine gemeinsame Aufnahmeaktion für die Kosovo-Albaner ähnlich jener für die Bosnien-Flüchtlinge. Das Zauberwort


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