Haie und Sauger

Kredithaie: Kreditvermittler versprechen die Linderung von Geldnöten. Neben den "offiziellen" Büros blüht eine Schattenwirtschaft der "Sauger", die Geld, Schläge und tote Tiere verteilen.

Politik | Michael Hafner | aus FALTER 13/99 vom 31.03.1999

Peter P. lebt zurückgezogen. Unweit des Pratersterns residiert er in seinem Büro, neue Geschäfte schließt er nicht mehr ab. Trotzdem läßt sein Name noch immer Schuldner erblassen: P. war einer der ersten privaten Geldverleiher Wiens - Kredithaie genannt -, die weder mit der Unterwelt noch mit dem Spielermilieu zu tun hatten und trotzdem ohne Banken arbeiteten. Kredite zahlte P. bar auf den Tisch, abzüglich fünf Prozent Provision. Zurückgezahlt wurde monatlich per Erlagschein. Ohne verwirrende Zinsrechnung wiesen die fixe Beträge auf. Erst genaues Nachrechnen enthüllt den Zinssatz: 24 Prozent jährlich.

"Wer schnell zahlt, lebt billiger", so P.s Motto: "Ich zwinge meine Kunden nicht, so langsam zu zahlen." Teurer wird es vor allem dann, wenn seine mobile Eingreiftruppe ausrücken muß. Bei P. sind, je nach Bedarf, mehrere Inkassanten angestellt. "Geld vergebe ich heute keines mehr", erzählt P., "aber ich bin damit beschäftigt, alten Forderungen nachzulaufen."

Davon kann Alexander


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige