Hüter der Ordnung

Polizeichefs: Sie fahren gern schnell und zahlen selten. Wenn sie die Scheibe runterkurbeln, macht selbst der grantigste Polizist plötzlich ein freundliches Gesicht. Die mächtigsten Polizisten Wiens im Porträt.

Politik | Florian Klenk und Nina Weissensteiner | aus FALTER 13/99 vom 31.03.1999

Polizeiübergriffe und Schikanen haben die Wiener Polizei ins Gerede gebracht. Wer sind die Menschen, die für die Sünden der kleinen Beamten in der Öffentlichkeit einstehen müssen? Wo stehen sie politisch? Der Falter trank mit den mächtigsten Polizisten der Stadt stundenlang Kaffee. Eines haben Franz Schnabl, Max Edelbacher, Michael Sika und Peter Stiedl gemeinsam: Alle vier wurden schon mehrmals wegen Schnellfahrens beamtshandelt.

Peter Schnabl, der Linke Seit seinem vierzigsten Geburtstag pritschelt es in Franz Schnabls Büro. "Ein Geschenk der Kollegen", seufzt der junge General mit den tiefen Narben und deutet mit einer lässigen Handbewegung in die Ecke seines Büros. Unaufhörlich besprenkelt sein Miniaturspringbrunnen das Arrangement aus rosa Kristallfelsen und exotischem Buschwerk. Unaufhörlich beteuert der General, wie beliebt er ist.

"Kummts, i zag eich wos", lockt Schnabl und legt sein dickes Fotoalbum auf den Tisch. Betriebsfeierfotos. Franz Schnabl beim Prosten


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