"Du bist ja ein Berg!"

Theater: Nach wochenlangem Vorspiel in den Medien hat am 1. April im Burgtheater "Wiener Blut" von Johann Kresnik Premiere. Der Choreograph und Regisseur ist seit drei Jahrzehnten ein Unikum des deutschen Theaters: ein Porträt des Künstlers als Kärntner, Kämpfer und Kommunist.

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 13/99 vom 31.03.1999

Wer in den vergangenen Wochen das Cafe Hummel in der Josefstädter Straße aufsuchte, konnte aus nächster Nähe beobachten, wie ein Staatsstreich ausgeheckt wurde. An einem großen Ecktisch des gutfrequentierten Lokals versammelte sich allabendlich eine lebhafte Runde, die meist bis spät in die Nacht aß und trank, lachte und diskutierte. Die Leute sahen eigentlich ganz harmlos aus. Daß sie bis in alle Einzelheiten ein heimtückisches Attentat (Codename: "Wiener Blut") vorbereiteten, konnte man ja nicht wissen.

Anführer der Bande ist ein einschlägig und mehrfach vorbestrafter Mann, der 59jährige Johann (unter Freunden: "Hans") Kresnik. Und weil Kresnik natürlich kein richtiger Untergrundkämpfer, sondern nur Theaterterrorist ist, steht seit langem fest, wann und wo das Ding steigen wird: Am 1. April hat Kresniks "Wiener Blut" im Burgtheater Premiere, und es gab wahrscheinlich noch nie eine Inszenierung, über die schon vor der ersten Vorstellung so viel bekannt war: Indiskrete Vorberichte,


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