Schöner fremder Mann

Musik Der ehemalige Pin-up-Popstar David Sylvian kehrt nach langer Schaffenspause als gereifter Songwriter zurück.

Kultur | Robert Rotifer / London | aus FALTER 13/99 vom 31.03.1999

Das Beiwort "Kult" hängt an David Sylvians Bein wie eine Sträflingskugel, und er weiß sehr gut, daß er selbst daran schuld ist. "Ich stehe an der Peripherie, bin nicht aktiv in die Musikindustrie involviert", sagt er. Als ihm die Popwelt noch zu Füßen lag, hat er ihr einen festen Tritt verpaßt.

Anfang der Achtziger wurde der pompöse Glamour-Look seiner Band Japan von der New-Romantic-Welle vereinnahmt und Sylvian im gleichen Atemzug zum "schönsten Mann des Pop" erklärt (seine Augenbrauen formen übrigens noch heute jenen makellosen Bogen, den er damals in täglicher Kleinarbeit mit der Pinzette zurechtgezupft haben muß). Doch nach seinen ersten Hits mit Japan mangelte es dem launischen Songwriter an neuen Herausforderungen, also feuerte er kurzerhand die Band. Mit der Solo-Single "Forbidden Colours", einer Vokalversion von Ryuchi Sakamotos Soundtrack zum Film "Merry Christmas, Mr. Lawrence", schien eine kommerziell vielversprechende zweite Laufbahn zu beginnen.

Doch die Zusammenarbeit


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige