Kunst Kurz

Kultur | Vitus H.Weh | aus FALTER 13/99 vom 31.03.1999

Rhizomatik Seit Freitag ist die österreichische Kunstszene auch im Internet unwiderlegbar vernetzt. Unter http://www.basis-wien.at/db lassen sich die Ausstellungsdaten von derzeit ca. 1500 Künstlern und Künstlerinnen abrufen. Bedingung ist lediglich, daß sie seit Mitte der neunziger Jahren irgendwie mit Österreich zu tun hatten.

Die Online-Datenbank zur zeitgenössischen Kunst in Österreich ist ein von Lioba Reddeker initiiertes Projekt, an dem das Team der basis wien seit einem Jahr gearbeitet hat. Ihre Struktur könnte sich in Zukunft als sehr praktikabel für Promotion und Recherchen erweisen. Noch aber fehlen der Datenbank die inhaltlichen Informationen. Nur die Institutionen und einige Galerien verfügen derzeit über aussagekräftige Homepages. Wenn sich die Kunstschaffenden in Zukunft nicht um Eigendarstellungen kümmern, wird die Datenbank wohl nur das selbstreflexive Bild eines Archivs bleiben: eine leere rhizomatische Struktur.

Wegweiser "Vienna Art Guide" heißt ein neuer Ausstellungsführer durch Wien, der ab sofort vierteljährlich erscheinen soll. Die erste Ausgabe (April-Juni) listet für über 150 Wiener Orte mehr als 350 Ausstellungen auf. Verteilt ist die Fülle auf fünf übersichtliche Stadtpläne, die die Orte so zusammenfassen, daß man zu Tagesausflügen inspiriert wird. In der Ausstellungsliste geben kleine farbige Abbildungen erste Hinweise auf die zu erwartenden Werke. Ein aufwendiger Index unterscheidet zudem nach Malerei, Installation/Video, Fotografie, usw. Der von Sieglinde Gillmayr (ars mobilis) herausgegebene Kunstführer wird privat finanziert und will sich in Zukunft über Inserate decken. Der "Vienna Art Guide" liegt in verschiedenen Galerien der Stadt auf. Bestellen kann man ihn unter Tel. 533 01 95, Fax 533 01 96. Den schnellsten Einblick gewährt www.viennaartguide.at.


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