Phettbergs Papierkorb

Hermes Phettbergs schriftgewordene Gedanken sind oft zu umfangreich, um sie im knappen Raum der Spalten und Kästen unterzubringen. Um Ihnen nichts vorzuenthalten, gibt es daher in unregelmäßigen Abständen Phettbergs Papierkorb.

Stadtleben | aus FALTER 13/99 vom 31.03.1999

Zum Kaufhaus Reger, zum Kindergarten, der im Pfarrhof lag, zur Schule, die gegenüber der Kirche lag, zum Ministrieren, alles erreichte ich durch diese lyrischste Gasse der Welt. Sie verlief entlang des Lux-Gartens, überquerte den Bach, der auch aus dem Lux-Garten kam, kam dann am einzigen Quittenbaum meines Lebens vorbei, der am Zaun vom Lux-Garten wuchs, dann kam der große Lindenbaum am Tor vom Lux-Haus, in dem die gleichaltrige Resi die Hausmeisterwohnung bewohnte, die ich gleichfalls oft besuchte, und dann kam schon bald das Haus, in dem der Schwiegervater unserer Volksschullehrerin, Herr Heilinger, wohnte. Der ging auch immer diese Gasse, weil er ständig in seinen Weinkeller mußte, und dabei rauchte er Tschibuk, sodaß die ganze Gasse danach roch.

Ein einziges Mal wollte ich eine Quitte abschneiden - die Windisch-Oma hat mir ein kleines Taschenmesser mit weißem Email in Maria Dreieichen gekauft -, ich mußte auf einen Haufen gefällter Baumstämme klettern, um die Quitten zu erreichen,


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige