Stargate

Stadträtsel: In der U-Bahn-Station Karlsplatz gibt es eine Glaswand, die von einer Glastür durchbrochen wird. Letztere wurde noch nie offen gesehen.

Stadtleben | Thomas Rottenberg | aus FALTER 13/99 vom 31.03.1999

Was ist eine Tür, was eine Wand? Wände trennen A von B. In der Regel auch optisch. Da es mühsam wäre, von A nach B stets Spitzhacke oder Abrißbirne zu verwenden und dann wieder zuzumauern, hatte die Menschheit kurz nach Erfindung der Wand eine zweite gute Idee: die Tür. Klinke drücken ... Der Vorgang dürfte bekannt sein.

Verschlossene Türen geben Rätsel auf. Ganze Zünfte (Einbrecher, Aufsperrdienste) verdanken ihr Prosperieren der Neugier zu erfahren, was dahinter sein könnte (respektive dem Mißgeschick, nicht nur Dinge, sondern auch Schlüssel hinter den dazugehörenden Türen einzusperren).

Eine Glaswand ist eine Einladung: Sieh her! Eine Glastür geht noch weiter: Sieh und gehe hin! Im öffentlichen Raum eine sympathische Geste.

Was aber ist eine Glaswand mit eingebauter Glastür im öffentlichen Raum - einer Tür, die immer versperrt ist und überdies auch noch ein Schild trägt, das den Durchgang (durch die versperrte Tür?) ausdrücklich verbietet? Johann Ehrengruber schluckt:


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