Vor 20 Jahren im Falter

Vorwort | aus FALTER 14/99 vom 07.04.1999

... wurde über das technologische Gewerbemuseum im 9. Wiener Gemeindebezirk, welches eben im Begriff stand, geschlossen zu werden, berichtet. Damals lag das Schicksal dieses Areals - heute bekannt als Werkstätten- und Kulturhaus (WUK) - noch im Dunkeln.

Noch vor wenigen Wochen entzauberten Geräusche, die von handwerklicher Arbeit zeugten, aus den Versuchsanstalten und Werkstätten des technischen Gewerbemuseums den idyllischen Innenhof. Sie sind verstummt. Der praktische Teil des Unterrichts wurde schon in ein neues Gebäude im 20. Bezirk verlegt; ab Herbst wird auch der theoretische Unterricht dort abgehalten werden. Dann steht das alte Gebäude leer.

Was soll mit dem Bau geschehen? Da gibt es zum Beispiel einen "Verein zur Schaffung offener Kultur- und Werkstättenhäuser", der das alte Gemäuer durch die Einrichtung eines kulturhistorisch orientierten Arbeitermuseums in Verbindung mit einem Kulturzentrum beleben will.

Will man erfahren, was mit dem Gebäude des TGM geschehen soll, begibt man sich auf eine endlos scheinende Odyssee. Der zuständige Ministerialrat Jaschke hat von einigen Interessenten gehört, zeigt sich jedoch vollkommen überfragt. Das Ministerium für Gesundheit und Umweltschutz hat für alle Fälle schon einmal Pläne erstellen lassen, die den Abriß des alten Gebäudes und den Bau eines Laborzentrums vorsehen. Vom ÖVP-Vorsteher des 9. Bezirks, Wolfgang Schmied, erhält man frank und frei die Auskunft, daß der Kasten abgerissen werden soll für eine Grünanlage mit darunter befindlicher Parkgarage. Die SPÖ will sich in wahlwirksameren Problemlösungen üben und liebäugelt mit einem Wohnbaukomplex für junge Familien.

Zilk steht dem Projekt Arbeitermuseum-Kulturzentrum jedoch grundsätzlich positiv gegenüber. Er hat auch Grund dazu, denn in dem Vorhaben steckt für ihn die Chance, sich als aufgeschlossener Kulturpolitiker zu profilieren.


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