Flüchtlingslos in Europa

Flüchtlingshilfe: Kilometerlange Flüchtlingstrecks, überforderte Aufnahmestaaten, eine Europäische Union, die die Menschen nicht aufnehmen will. Die österreichische Regierung zögert und will das Asylrecht noch weiter verschärfen. Private Spenden sind dringend nötig.

Politik | Florian Klenk und Patrik Volf | aus FALTER 14/99 vom 07.04.1999

Wie viele es sind, wie viele es noch werden, weiß im Moment niemand. UNHCR-Sprecher Kris Janowski seufzt nur mehr, wenn ihn Journalisten nach der Zahl der Vertriebenen aus der umkämpften jugoslawischen Teilrepublik Kosovo fragen. "Wir können keine seriösen Schätzungen abgeben, wie sich die Lage in den nächsten Tagen und Wochen entwickeln wird. Es könnte auch die gesamte Bevölkerung des Kosovos flüchten." Europa steht 1999 vor der schlimmsten humanitären Katastrophe seit dem Krieg in Bosnien-Herzegowina. 500.000, 600.000, 700.000. Die Menschen sind auf der Flucht und die Helfer kommen mit dem Zählen und Schätzen nicht mehr nach. Zu Tausenden eingepfercht in Zügen, werden die Flüchtlinge aus dem Kosovo auf die Reise nach Mazedonien geschickt. Wer keinen Platz auf den fahrbaren Untersätzen findet, muß zu Fuß über die Grenze. Die Trecks aus dem Kosovo sind bereits Dutzende Kilometer lang. Die serbischen Polizisten an den Grenzstationen nach Mazedonien und Albanien nehmen den


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