"Selber schuld"

Justiz: Eine Frau beißt einen Beamten in die Brust und wird dafür zur Strafe krankenhausreif geprügelt. Ein Zivilgericht belastet die Beamten schwer. Die Polizisten versehen trotzdem weiter Dienst. Die Krankenkassa verweigert das Krankengeld. Begründung: Die Verletzte sei selbst schuld.

Politik | Florian Klenk | aus FALTER 14/99 vom 07.04.1999

Zorika G., 45 Jahre, Hilfskraft, betrinkt sich in einem Wiener Beisl und will mit dem Auto nach Hause fahren. Der Wirt hindert sie daran und fährt die Betrunkene, die sich an ihre eigene Adresse nicht mehr erinnern kann, ins Wachzimmer Ölweingasse. Dort randaliert sie, schlägt um sich, beißt einen Polizisten in die Brust und beschädigt "das Uniformhemd des Beamten".

Die Frau wurde daraufhin mit Handschellen gefesselt und von den Beamten in den Arrest des Kommissariates Schmelz verfrachtet. "Unverletzt", wie ein Amtsarzt feststellt. 30 Minuten später wird die Dame mit Blaulicht ins Wilhelminenspital überstellt. Sie verbringt neun Tage im Spital und ist zehn Wochen im Krankenstand.

"Gegen die Tischkante gestürzt", geben die Beamten vor Gericht als Zeugen und unter Wahrheitspflicht an. Es muß ein komplizierter Sturz gewesen sein: "Offener Bruch des Nasenbeines, Zerreißung der rechten Ohrmuschel, ausgedehnte Rißquetsch-wunde im Bereich des Schädeldaches, Monokelhämatom, Prellung


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