Director juris Preminger

Film: Teutonisches Image, Theaterliebe und der Hang zur Didaktik: Eine Retrospektive im Imperial-Kino zeigt (beinahe) das Gesamtwerk des österreichischen Hollywoodregisseurs, -schauspielers und -produzenten Otto Preminger (1905-1986).

Michael Omasta | Kultur | aus FALTER 14/99 vom 07.04.1999

Als Schauspieler kennt man ihn vor allem in deutscher Uniform. Otto Preminger pflegte sein teutonisches Image wie sonst nur Erich von Stroheim, eine Generation vor ihm. Beide gefielen sich in der Rolle des Sadisten, doch ihr unterschiedlicher Zugang ist markant. Im Auftreten Stroheims findet sich stets noch der Rest eines chevaleresken Kakaniens, bei Preminger gibt es kein Halten mehr: Seine Figuren sind vollends der Lächerlichkeit preisgegeben, der Nazismus in grotesk übersteigerter Weise auf seine Propagandatauglichkeit reduziert. So auch in "Margin for Error" (1943), dem einzigen Antinazifilm, den er selbst inszenierte. Preminger spielt hier einen gewissen Karl Baumer, seines Zeichens deutscher Konsul in New York, dessen Arglist darin gipfelt, daß er den Papagei seiner Gemahlin mit anonym für ihn abgegebenen, vermutlich also vergifteten Weintrauben füttert; als das teure Tier - es hörte auf den Namen eines prominenten Politikers - nach dem ersten Bissen tot vom Sprießerl fällt,

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