Spielplan

Kultur | Karin Cerny | aus FALTER 14/99 vom 07.04.1999

Erst zwei Jahre ist es her, daß "Amy's Welt" von David Hare in London uraufgeführt wurde. Doch schon jetzt wirkt das im Volkstheater erstaufgeführte Stück ziemlich alt. Hauptverantwortlich dafür ist der Retro-Touch der Story, die das Leben in Großbritannien von 1979 bis 1995 entlang einer Familiensaga - drei Frauen aus einer englischen Künstlerfamilie und ihre Männer - aufrollt. Regisseur Arie Zinger zeigt gekonnt psychologischen Realismus, der den Filmen David Hares sehr nahesteht, setzt mehr auf Rededuell als auf Aktion. Seine Schauspieler können das recht gut - trotzdem geht die Rechnung nicht auf, und man beginnt sich bald zu langweilen. Das Stück selbst steht der TV-Soap näher als dem Theater oder dem Film, so lustvoll gibt es sich der Oberfläche hin. Wir hören jede Menge Billig-Kulturpessimismus (das Bild ist an die Stelle des Wortes getreten; das Theater ist tot) und verfolgen eine Familie, die sich in guten wie in schlechten Zeiten zusammenrauft. Womöglich ist dieses


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