Der Poet vom Bahnhof

Musik: Gianmaria Testa arbeitet für die italienische Eisenbahn. Außerdem ist er der zugleich interessanteste und unbekannteste Liedermacher seines Landes.

Kultur | Klaus Taschwer | aus FALTER 14/99 vom 07.04.1999

Das sind meines Wissens die ersten Zeilen, die in einem österreichischen Medium über Signore Testa zu lesen sind. Was nicht weiter verwunderlich wäre, wenn seine ersten beiden CDs bei Eingeweihten nicht überwältigenden Anklang gefunden hätten. Allein ein einziger Plattenladen in Wien hat vom Debüt-Album des Liedermachers 500 Stück verkauft. Der kubanische "Buena Vista Social Club", die bestpromotete Weltmusik-Produktion der letzten Jahre, ging in diesem kleinen, feinen Geschäft auch nicht öfter über den Ladentisch.

Gianmaria Testa und seine Musik sind zweifellos ein Phänomen. Das beginnt damit, daß der Schnurrbartträger 36 Jahre alt werden mußte, ehe er seine erste CD einspielen konnte. Der Bauernsohn aus dem Piemont arbeitete bei der italienischen Eisenbahn und hat es bis zum Stationsvorstand von Cuneo gebracht, einer Stadt nahe der französischen Grenze. Jenseits von dieser ging es dann mit seiner zweiten Laufbahn weiter: Denn während man dem Freigeist in Italien erst einmal


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige