"Tuuuuut, Tuuuut-Tuuuuuut"

Literatur: Walter Moers, Erfinder des Kleinen Arschlochs, hat den Kinderliebling Käpt'n Blaubär zum Helden eines phantastischen Entwicklungsromanes gemacht. Allein der Umfang beweist: nicht nur für Kinder.

Kultur | Iris Buchheim | aus FALTER 14/99 vom 07.04.1999

Das Tamtam, mit dem der Eichborn-Verlag die Werbetrommel für diesen wahrhaft schön gemachten Wälzer rührt, steht in krassem Gegensatz zur scheuen Zurückgezogenheit des Autors. Der läßt sich zum Leidwesen der Journalisten weder fotografieren, noch ist er zu einem Interview zu bewegen. Höchstens am Telefon läßt er sich dazu herab, ein bißchen von sich zu erzählen, doch selbst das bißchen riecht verdächtig nach Seemannsgarn. Ärgerlich, wo doch jeder wissen will, wie Moers, dieser Meister der fiesen Figuren, die das halbe Elend unserer Welt in beißend-komischen, schlüpfrig-versauten und gemein-treffenden Bildern von unübertrefflicher Bosheit festzuhalten wissen, wie also dieser Schöpfer vom "Kleinen Arschloch" und von "Adolf, der Nazisau" zugleich ein Herz und ein kindliches Gemüt bewahrt für den munter drauflosquasselnden "Käpt'n Blaubär".

Seiner inzwischen allseits vermarkteten Kultfigur - der berühmte blaue Bär stammt tatsächlich ursprünglich aus Moers' Feder -


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