Aufgeblättert

Kultur | aus FALTER 14/99 vom 07.04.1999

Warum steigt ihr auf Berge?" fragt der Held in Ludwig Hohls wundersamer Novelle "Bergfahrt". "Um dem Gefängnis zu entrinnen", lautet die existentialistische Antwort. Hans Kammerlander, Extrembergsteiger und Alpinschulbesitzer aus Südtirol, hat etwas andere, banalere Beweggründe. Und manchmal denkt er sich selbst: "Was für ein Schwachsinn! Was willst du eigentlich hier?" Das war, nachdem er das Matterhorn innert 24 Stunden über alle vier Grate bestiegen hatte. "Bergsüchtig" lautet der Titel seiner alpinen Autobiografie, die er nach einer erzwungenen Pause - am Kangchendzönga (8586 m) froren ihm 1998 ein paar Zehen ein - dem Journalisten Walther Lücker diktierte. Darin kann man nachlesen, wie Kammerlander zwölf von vierzehn Achttausendern bestieg; darunter in neuer Rekordzeit den Mount Everest, von dessen Gipfel er dann auch als erster Mensch mit Skiern abfuhr. Der Berg erscheint in Kammerlanders Berichten in erster Linie als ein extremes Sportgerät, an dem Männer ihre Leistungsfähigkeit


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