Phettbergs Predigtdienst (Nr. 350): Hüsteln ist Musik

Die Gläubigen hielten an der Lehre der Apostel fest und an der Gemeinschaft, am Brechen des Brotes und an den Gebeten ... Apg 2,42-47 (1. Lesung am 2. Sonntag der Osterzeit, dem "Weißen Sonntag" der Erstkommunion)

Stadtleben | aus FALTER 14/99 vom 07.04.1999

Die ganze Zeit dachte ich, es käme Englisch, doch es kommt Hüsteln! Früher sagten die Leute, wenn sie an wem vorbeiwollten, Verzeihung oder Pardon, nun aber hüsteln sie. Oder wenn das Servierpersonal im Wirtshaus nicht zur Stelle ist, wird nun gehüstelt. Diese Entwicklung bereitet mir keine Sorgen. Die Menschheit ist ein Schwarm Eiweiß, der driftet, und selbst wenn er zur Gänze verschwände, rauschte der Abendwind weiter durch die Wipfel der Bäume.

Mein Problem ist mein Trotz. Höre ich jetzt wen hüsteln hinter mir in der Straßenbahn, juckt es mich, es nicht zu bemerken. Es ist nur ein Bruchteil einer Sekunde lang, wo ich nicht gehorchen will.1) Dann schaltet sich meine pastorale Vernunft ein: Du bist Teil dieser Spezies, und die darfst du nicht verstopfen, und weiche aus. Die ganze Zeit, während die Sowjetunion bestand, habe ich sie kein einziges Mal in den Mund genommen, weil diktiert worden war, sie so zu benennen. Ich sprach die ganze Zeit immer von "Moskau". Politische Korrektheit


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