Zieh deine Tasche an!

Shopping: Taschen werden nicht mehr getragen, sondern angezogen. Ein Überblick über die neuesten Modelle der "Körpertaschen".

Stadtleben | Sigrid Neudecker | aus FALTER 14/99 vom 07.04.1999

Eigentlich haben die alten Damen damit begonnen. Die haben, wenn sie durch die Stadt marschiert sind, immer ihre Handtaschen quer über die Brust hängend getragen, weil sie - wohl aufgrund ausreichender Lebenserfahrung - bemerkt haben, daß sie dann erstens beide Hände frei hatten, zweitens nicht ständig rutschende Taschengurte zurechtrücken mußten und drittens gegen unfreundliche Übernahmen durch Drittpersonen besser gewappnet waren.

Voriges Jahr tauchten die ersten speziell für schräges Tragen konzipierten Taschen im Stadtbild auf, in der aktuellen Frühjahrsmode konnte kaum ein Taschendesigner auf Schräges verzichten. Mehr noch: Die neuen Taschen werden zwar "getragen", allerdings schon fast im Sinne von Kleidungsstücken. Nichts baumelt mehr, alles liegt am Körper an oder wird dort, falls Baumelgefahr besteht, festgeschnallt. Der Vorteil: Die Taschen sind sogar, durch eine gleichmäßigere Verteilung des Gewichts, angenehmer fürs Kreuz.

"Mit diesen Taschen kann man sogar Tanzen


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