Der Herr Karli

Porträt: Aus dem unscheinbaren Jungfunktionär Karl Schlögl wurde die größte Zukunftshoffnung der SPÖ. Geschafft hat das der Innenminister mit harter Ausländerpolitik, wenig Ideologie, viel Leutseligkeit und einer großen Portion Populismus.

Politik | Gerald John | aus FALTER 15/99 vom 14.04.1999

Das Bild ist grau in grau. Doch das geschulte Auge des Innenministers erkennt genau, was abläuft. Rumänen. 26 an der Zahl. Dank Infrarotkamera aufgespürt und aufgezeichnet. "Um dreiuhrfünfundfuchzig hammas ang'halten", zeigt der Postenkommandant stolz auf einen weißlichen Fleck, der quer über den Bildschirm wabert. Der Minister nickt anerkennend.

Brave Beamte am Gendarmerieposten Weikertschlag im Waldviertel, einen Steinwurf von der tschechischen Grenze. Solchen Menschen kann man nichts abschlagen. Karl Schlögl, Innenminister und SP-Chef in Niederösterreich, zückt seinen schwarzen Notizblock. Mehr Personal. Notiert. Verstellbare Lenker für die Dienstfahrräder. Notiert. Eine Intervention für einen Beamten, der auf den Posten des Kriminalreferenten spitzt, diesen aber nicht bekommt. "Geh' Rudi, ruf amal an, wer da blockt", weist Schlögl seinen Pressesprecher an. Rudi nickt und greift sich das nächstgelegene Telefon. So einfach kann Politik sein.

Ob dieser Stil auch erfolgreich


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