Baby in den Kosovo?

Polizei: Die Wiener Fremdenpolizei bestraft einen Familienvater dafür, daß er sein einjähriges Baby nicht in den Kosovo bringt. Der Strafbescheid wurde nach Beginn des Nato-Bombardements verfaßt.


Florian Klenk

Politik | aus FALTER 15/99 vom 14.04.1999

Daß Beamte während der Arbeit gerne Radio hören, ist bekannt. Die Beamten der Wiener Fremdenpolizei stellen eine Ausnahme dar. Sie hören kein Radio und vor allem keine Nachrichten. Sie wissen nichts vom Krieg. Anders ist ein kürzlich erlassener Strafbescheid der Fremdenpolizei nicht zu erklären: Der Vater eines einjährigen Kindes wurde vorvergangene Woche dafür bestraft, daß er sein Kind nicht ins Kriegsgebiet bringt.

Herr B. ist Kosovo-Albaner und arbeitet seit vielen Jahren beim Wiener Magistrat als Gärtner. Er hätte längst Anspruch auf die österreichische Staatsbürgerschaft. Vor eineinhalb Jahren wurde er Vater eines Sohnes. Wie es das österreichische Fremdenrecht vorschreibt, ist der Sohn, obwohl sein Vater rechtmäßig in Österreich lebt, illegal. Denn die Mutter hatte kein Visum. Das Baby, das von der illegalen Mutter geboren wurde, ist folglich ein Illegaler.

Eine Rückkehr des Babys in den Kosovo ist natürlich ausgeschlossen. Herrn B.s Haus im albanischen Stubla ist

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