Operation Schnellschuß

Bundesheer: Der Kosovo-Krieg und die humanitären Einsätze Österreichs bescherten Verteidigungsminister Werner Fasslabend einige peinliche Hoppalas.

Politik | Nina Weissensteiner | aus FALTER 15/99 vom 14.04.1999

Für Werner Fasslabend schien das Osterwochenende perfekt: Nachdem der Verteidigungsminister kundgetan hatte, das Bundesheer wegen "der zahlreichen Freiwilligenmeldungen" mit dem Aufbau einer Zeltstadt für die Kosovo-Vertriebenen sowie mit Hilfsflügen in Nordalbanien zu betrauen, war der Heereschef omnipräsent. ORF und Tageszeitungen rückten die medialen Zugpferde des humanitären Einsatzes, die Heereshubschrauber, tagelang ins Bild. Nur: Der VP-Minister hatte die Rechnung, so scheint's, ohne Piloten und technisches Begleitpersonal gemacht.

Nicht wenige von ihnen erfuhren erst über Radio oder Fernsehen von ihrem möglichen "freiwilligen Einsatz" in Albanien. Oder von diensthabenden Beamten, die nach Fasslabends "Schnellschuß" eilig die Namenslisten des Flugpersonals durchtelefonierten. Der Rest ist bekannt: Zwei Tage später erlebte Fasslabend ein persönliches Fiasko, als neun Hörschinger Piloten bzw. Bordtechniker ihre seltsam zustande gekommenen Freiwilligenmeldungen zurücknahmen.


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