Die Falle als Sprungbrett

Sozialdemokratie: Europaspitzenkandidat Hans-Peter Martin legt in der SPÖ die Nerven blank. Doch der "Spiegel"-Redakteur ist mehr als nur ein Spalter.

Politik | Patrik Volf | aus FALTER 15/99 vom 14.04.1999

Der Kandidat, den keiner mag. Hans-Peter Martin dürfte sich seine Kür zum Spitzenkandidaten der SPÖ für die Europawahlen anders vorgestellt haben. Offen wurde er als "zweite Wahl" hinter dem Diplomaten Wolfgang Petritsch geoutet, die Wiener SPÖ revoltierte geschlossen gegen den Spiegel-Redakteur und Koautor des Bestsellers "Die Globalisierungsfalle", ein hoher SPler soll ihn gar mit dem eher unbekannten Namensvetter "Hans-Peter Maier" verwechselt haben, und ehemalige Arbeitskollegen bezeichneten ihn öffentlich als "Kotzbrocken". Für HPM war es offensichtlich genug. Am Montag ging er nicht einmal mehr zum Telefon.

"Zu intellektuell und nicht wahlwirksam genug", ließe sich die SP-interne Kritik an der eigentlichen Person Hans-Peter Martins zusammenfassen. Wiens Bürgermeister Michael Häupl hatte es so umschrieben, daß HPM dasselbe Wählersegment anspreche wie Hannes Swoboda, der letzte - und mäßig erfolgreiche - Europa-Spitzenkandidat der SPÖ.

Das Mißtrauen gilt offenbar der Person


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