Fernsehen

Medien | Andrea Dusl | aus FALTER 15/99 vom 14.04.1999

Sonntage sind nur richtige Sonntage, wenn an ihnen die Sonne scheint. Wenn Sonntage nebeln, nieseln oder sonstwie feuchteln, dann werden sie zu Fernsehtagen. Und die folgen eigenen Regeln. Regeln, die allerdings irgendwo in Atlanta, Köln, Mainz und auf einem seltsamen Hügel namens Küniglberg aufgestellt werden und vorgeben, sich an so etwas wie Seherverhalten zu orientieren, in Wirklichkeit aber Sendeverantwortlichenverhalten repräsentieren. Die meisten Sender sind international gestrickt: Busineß und Sport für Wirtschaftstreibende, Mode, Art und Talk für ihre Lebensabschnittspartnerinnen, political news und Serien für Zapper. Sonntage gibt es nicht, denn in irgendeiner Weltgegend ist an jedem Sonntag noch Samstag, und irgendwo bei den Antipoden und Umgebung schon Montag. Echtes Sonntagsprogramm von gutem altem Monopolschrot und -korn sendet nur der ORF: einen ganzen langen Sonntag Autorennen und Gekicke. In den Pausen etwas fürs Gemüt: diverse ZIBs und Zur Saches, zwischendurch Bildung: Lotto und Seitenblicke und - ganz wichtig -: ausgiebig Neues aus Kaisermühlen und vom Traumschiff.


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