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Film: Hal Hartleys neuer Film "Henry Fool" bringt den Bohemien im Müllmann zum Vorschein.

Kultur | Isabella Reicher | aus FALTER 15/99 vom 14.04.1999

Sagen wir es einmal so: Parker Posey kann nichts dafür. An die dreißig TV- und Kinofilme hat sie gedreht, seit sie von 1991 bis 1992 als aufstiegshungriger Teenager die längstgediente US-Soap "As the World Turns" bereicherte - und zu uns kommen nur die wenigsten und nicht unbedingt die besten (zuletzt zum Beispiel "You've Got Mail"). 1994 hatte Parker Posey eine kleine Rolle in Rory Kellys "Sleep With Me" - genauso wie Adrienne Shelly, die Hauptdarstellerin aus Hal Hartleys beiden ersten Spielfilmen "The Unbelievable Truth" und "Trust". Shelly hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits von Hartley verabschiedet, dessen Filme immer schlechter wurden. Parker Posey hatte noch in "Amateur" (1994) einen Mini-Auftritt.

In seinem aktuellen Werk "Henry Fool" nimmt der Regisseur zwar wieder auf Milieu und Motive seiner beiden ersten Spielfilme Bezug, versetzt sie aber mit einer eigentümlichen "Bibliophilie", einer spätromantischen Boheme-Phantasie, die er im ökonomisch und kulturell heruntergekommenen


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