Spielplan

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 15/99 vom 14.04.1999

Der 27jährige Marius von Mayenburg gilt als Hoffnungsträger für das unter chronischem Autorenmangel leidende deutsche Theater. Sein bisher erfolgreichstes Stück heißt "Feuergesicht" und erzählt in knappen Szenen und künstlich-einfachen Dialogen eine Pubertätstragödie mit allem, was dazugehört: Geschwisterliebe, Elternmord, Brandstiftung. Im Schauspielhaus füllt Regisseur Gerald Singer den Weißraum zwischen den Szenen mit der immergleichen Musiknummer ("Dream a Little Dream of Me" von den Mamas & Papas möchte man danach eine Zeitlang nicht mehr hören), findet aber kein Timing für einen Text, der beim Lesen spannender ist. Daß Bühnenbildner Christoph Speich das Wohnzimmerdrama in den Wald verlegt hat, ist ein interessanter Einfall, der für die Inszenierung allerdings ohne Folgen bleibt. Aktivposten des unrunden Abends sind die offensiv-naive Claudia Wiedemer (neu in diesem Theater) als Schwester des Brandstifters und Wolfgang Michalek, der als ihr dusseliger Freund erstmals

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