Aufgeblättert

Kultur | aus FALTER 15/99 vom 14.04.1999

Was bösen Humor anbetrifft, gelten die Österreicher irgendwie als Spezialisten. Kein Wunder also, daß von den 28 Texten, die der Band "Das Schrumpfkopf-Mobile" versammelt, acht aus heimischen Federn flossen. Nachdem es sich dabei samt und sonders um anthropophag angehauchte Gedichte und Geschichten handelt, darf H.C. Artmanns Rezept für "gefüllten Handelsvertreter auf fein bürgerliche Art" ebensowenig fehlen wie Gerhard Rühms unsterbliche Zeilen über die Verwertung sterblicher Restln ("ogribm und gwassad"). Hellmuth Opitz' Titelgeschichte über ein New Yorker Lokal, in dem die Gäste ihr eigenhändig überfahrenes Wild dem Koch abliefern, mag auch österreichische Gastronomen anregen, und was mit der schönen Rachel in Marcel Kellers Kurzgeschichte "Die Einladung" passiert, kommt nicht ganz überraschend, aber plötzlich. Böse sind auch die zwischen 1896 und 1930 entstandenen Gedichte von Hilaire Bellocs, der mit seiner von Hans Magnus Enzensberger nachgedichteten und dankenswerterweise

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