Stadtrand: Rad vs. Fuß

Stadtleben | aus FALTER 15/99 vom 14.04.1999

"Mein Morgen hat gut angefangen, ich hab' schon die erste Radfahrerin angepöbelt."

"Wieso das denn?"

"Um ein Haar hätte die mich auf dem Zebrastreifen überfahren. Die Straßenverkehrsordnung gilt schließlich auch für Radfahrer."

"Aber Fußgänger können viel leichter stehenbleiben. Wenn ich auf dem Rad bremsen muß, kostet mich das mindestens 30 Sekunden. Erst gestern hab' ich mir wieder bei einer Fußgängerin gedacht: ,Die blöde Kuh braucht nur kurz stehenzubleiben.' Außerdem müssen Radfahrer ja nur einen kleinen Schlenkerer machen, um einem Hindernis auszuweichen. Ich überfahr' schon niemanden."

"Das Gefühl hat man allerdings nicht immer. Wenn ich mit dem Auto fahre, sind die Radfahrer das Unberechenbarste, was es gibt."

"Autofahrer sind ja nur neidisch, weil sie im Stau stehen müssen und wir Radler uns durchwurschteln können."

"Aber das gefährdet doch die anderen! Als Fußgänger hab' ich immer Angst vor Radfahrern."

"Die Fußgänger sind aber manchmal auch nicht besser."

"Das stimmt. Wie oft die glauben, sie können einfach über die Straße gehen, nur weil dort ein Zebrastreifen ist ..."

"Stimmt, Fußgänger sind die ärgsten. Die glauben, jeder muß für sie bremsen." S. N.


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