Heiterkeitsausbrüche

Shopping: Ein neues Geschäft im dritten Bezirk bietet alles zur Aufzucht von narrischen Schwammerln und anderen Neoschamanen-Bedarf.

Stadtleben | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 15/99 vom 14.04.1999

Kava Kava zum Beispiel: Wer die Wurzel von den Fidjis kaut, bekommt nicht nur eine braune Zunge, sondern angeblich auch Heiterkeitsanfälle ohne Nebenwirkungen und Rauschzustände, ohne Aggression. Auch in Österreich ist das eine oder andere Pflänzlein mit berauschender Wirkung heimisch. Alraune und Binsenkraut beispielsweise oder halluzinogene Pilze.

Fuhr man früher an den Wechsel, um auf der Wiese liegend narrische Schwammerln zu naschen und sich dabei vor Kichern anzumachen, kauft der Pilzliebhaber von heute Aufzuchtstation und Mycel (das bei Psychopilzen noch legal zu verkaufende Stadium zwischen Spore und Pilz) im Geschäft und beobachtet seine Zauberpilze beim Wachsen: fast ein Yps-Gimmick.

Susi und Paul Wassermann entdeckten bei einem Mexiko-Urlaub ihnen bis dahin unbekannte Pflanzen. "Einheimische erklärten uns die Wirkungen, und wir testeten auch selbst", erzählt Paul Wassermann. Inzwischen kennen sie sich in Sachen psychoaktive Biologie fast so gut aus wie mexikanische Peyote-Pflücker.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige