Worst-Case-Szenario

Kommentar: Im Krieg um den Kosovo kommt es von Mal zu Mal immer ein bißchen schlimmer als erwartet. Wo endet das?

Vorwort | Raimund Löw | aus FALTER 16/99 vom 21.04.1999

Selten ist ein Friedensplan - wie Joschka Fischers Vorstoß, um den Preis einer 24stündigen Bombenpause eine rasche nachträgliche Einbindung der UNO in die Kosovo-Strategie der Nato zu erreichen - so rasch zur Makulatur geworden. Derart kühl waren die Reaktionen im Washingtoner State Department, daß Gerhard Schröder es nicht einmal wagte, die Vorschläge seines Außenministers dem EU-Sondergipfel in Brüssel vorzulegen. Und Slobodan Milosevic' fühlt sich nach vier Wochen militärischer Erfolgsmeldungen des Nato-Hauptquartiers so stark, daß er sogar die viel vorsichtigeren Vermittlungsfühler des UNO-Generalsekretärs barsch zurückweisen ließ. Der Krieg um Kosovo hat schon jetzt die schlimmsten Erwartungen selbst der größten Pessimisten übertroffen. In Serbien prägt der Burgfrieden nahezu der ganzen Nation mit dem einst umstrittenen Führer das Klima: Kalter Haß gegen die als ungerecht empfundenen Nato-Bomben kombiniert mit rassistischem antialbanischem Nationalismus machen


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