Standpunkt: Zurück in die Zukunft

Politik | aus FALTER 16/99 vom 21.04.1999

Die "optimistische Zukunftspartei" SPÖ kürte einen als Apokalyptiker bekannten Journalisten zum Spitzenkandidaten für die Europawahlen und reihte mit Swoboda und Bösch jene beiden SP-Abgeordneten, die bisher in Straßburg tatsächlich Politik gemacht haben, auf hintere Listenplätze. Dafür wurden die Sozialdemokraten bereits ausreichend gewürdigt. Die ÖVP, offenbar gereizt durch die mediale Präsenz des Koalitionspartners, hat nun eine ähnlich bestechende Liste vorgelegt. Hinter Ursula Stenzl, der logischen Nummer eins, reihten die Bürgerlichen Othmar Karas, dem punkto Qualifikation vor allem zugute kommt, daß er in seinem derzeitigen Job als Generalsekretär nicht mehr erwünscht ist. Der Mitinitiator des Kirchenvolksbegehrens, Thomas Plankensteiner, wird hingegen ein Mandat verpassen. Er ist achter auf der Liste. Bestimmt gab es dafür gute Gründe: ÖAAB und Wirtschaftsbund werden halt auf "ihre" Kandidaten gepocht haben, ebenso die Länder und der Bauernbund. Vielleicht hätte man mit Plankensteiner aber auch ein Signal für aufgeklärte Katholiken setzen können. Oder ein Zeichen für die Bürgergesellschaft (Kirchenvolksbegehren!), die VP-Klubobmann Andreas Khol so gerne beschwört. Doch dafür mag vielleicht die Gesellschaft reif sein. Die ÖVP ist es nicht. G. J.


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