Talking to Slobo

Interview: EU-Sonderbeauftragter Wolfgang Petritsch über Slobodan Milosevic' Willen zur Macht, seine Vorliebe für Amerikaner, das Scheitern von Rambouillet, die Ratlosigkeit des Verhandlers, seine Nichtkandidatur für die Europawahlen und die Illusionen österreichischer Außenpolitik.

Politik | Armin Thurnher und Patrik Volf | aus FALTER 16/99 vom 21.04.1999

Das Mobiltelefon ist immer mit dabei und eingeschalten. Seit dem Beginn der Nato-Bombardements vor fünf Wochen wartet Wolfgang Petritsch, Österreichs Botschafter in Belgrad und EU-Sonderbeauftragter für den Kosovo, auf den einen Anruf aus dem Belgrader Präsidentensitz, der ihn wieder an den Verhandlungstisch zurückholt. Bis dato vergeblich. Der Krieg im Kosovo hat den 52jährigen ehemaligen Mitarbeiter von Bruno Kreisky zum Aushängeschild der österreichischen Außenpolitik gemacht. Eine Kandidatur an der Spitze der SPÖ für die Europawahlen hat er von sich gewiesen. Mittlerweile gilt Petritsch gar als Kandidat für den Außenminister. Im Moment hat er aber nur ein Ziel vor Augen. Eine Lösung für den Kosovo.

Falter: Wie fühlt sich der Verhandler Wolfgang Petritsch, wenn er dem Präsidenten Slobodan Milosevic' gegenübersitzt?

Wolfgang Petritsch: Es ist ohne Zweifel ein eigenartiges Gefühl, wenn man weiß, wem man gegenübersitzt. Da rollt ein Film vor einem ab - angefangen von


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige