Willkommen Österreich?

Asylpolitik: Vergangene Woche empfing die Nation am Schwechater Rollfeld ihre ersten Flüchtlinge. Im Begrüßungskomitee warteten auch jene Männer, die noch vor wenigen Wochen die Zurückweisung von Kosovo-Albanern ins Krisengebiet verfügten. Nun soll den Flüchtlingen wieder Asyl verweigert werden.

Politik | Florian Klenk und Patrik Volf | aus FALTER 16/99 vom 21.04.1999

Für die Fotografen war alles bestens vorbereitet. Auf dem Rollfeld wurden Tribünen errichtet. Jeder sollte fotografieren, wie Innenminister Karl Schlögl und sein Sektionschef Manfred Matzka die ersten 161 Flüchtlinge am Flughafen wie Staatsgäste empfingen. Jeder einzelne wurde vom Minister im stürmischen Wind des Rollfeldes mit Handschlag begrüßt. Schwangere Mütter mit Kleinkindern, alte Frauen und winkende Kinder. Dahinter, "menschlich gerührt", der Innenminister und sein Sektionschef.

5000 Kosovoflüchtlinge - etwa die halbe Bevölkerung von Purkersdorf, der Heimatgemeinde des Innenministers - verpflichtet sich die Regierung auf ganz Österreich zu verteilen. Die öffentlich zelebrierte Herzlichkeit steht im krassen Widerspruch zur Flüchtlingspolitik des Landes gegenüber den Kosovaren in den vergangenen Monaten: Bevor die Österreicher "ihre Herzen öffneten" wurden Kosovo-Albaner als ungebetene Gäste angesehen, die man entweder ins heillos überfüllte Militärlager im


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