Kommentar: Wen schickt Mölzer auf den Strich?

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 16/99 vom 21.04.1999

Haiders Kulturkonsulent für Kärnten, Andreas Mölzer, hat den "sozialdemokratischen Kulturbonzen" in Format vorgeworfen, "sich mittels Steuergeldern die Kunst und die Kulturschaffenden als Hure genommen zu haben." Als lyrischer Erguß liest sich das so: "Den Oberkellnern der Macht / (...) / Ideologischen Zuhältern / Und Speichelleckern / Gleich welcher Coleur - / Allen wird werden / Ein Ende / Der Hurerei" - so Mölzer in seinem Gedicht "Bleibt Zufall". Man mag sich angewidert abwenden, Mölzer - völlig zu Recht - als Verhetzer in fragwürdiger historischer Kontinuität enttarnen oder ihn (wie Michael Köhlmeier) schlicht für einen "Dummkopf" halten.

Bleibt dennoch die Frage, zu welcher "Kulturpolitik" er seinem Chef raten wird und worin die "kulturpolitische Kompetenz" bestehen mag, die sich die FPÖ - wie Mölzer ganz richtig sieht - erst "erarbeiten" muß? Wie ist es um das Rückgrat und die moralische Standfestigkeit einer Künstlerschaft bestellt, die sich offenbar auf den Strich


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